Stille Post ist eine Anlaufstelle für Briefe, Karten und Nachrichten an die, die fehlen.
Menschen sind eingeladen, Worte an Verstorbene oder Abwesende zu schreiben – Gedanken, Erinnerungen, Fragen – und sie an ein offenes Postfach zu senden:
Jeder eingesandte Brief wird Teil eines wachsenden Archivs für (un)zustellbare Nachrichten.
Einige Briefe werden anonym geteilt, andere gelesen, manche bleiben für immer verschlossen.
Die Einsendenden entscheiden selbst, wie ihr Brief Teil des Archivs wird:
Die eingehenden Briefe werden sorgfältig bewahrt und bilden die Grundlage eines fortlaufenden künstlerischen Prozesses – eines Archivs, möglicherweise auch einer zukünftigen Publikation oder Ausstellung.
Jede Form der Sichtbarmachung achtet dabei strikt auf die Wahrung von Intimität und Anonymität der Einsendungen.
Stille Post versteht sich nicht als Trauerservice, sondern als Angebot:
Eine Möglichkeit, Erinnerung, Kommunikation und Verlust Raum zu geben – und in einer Gesellschaft, in der Trauer kaum noch Platz oder etablierte Praktiken findet, einen Ort für sie zu schaffen.
Die Idee entstand aus der persönlichen Erfahrung, dass es im deutschsprachigen Raum keinen Ort gibt, an dem man einen solchen Brief aufgeben kann – und aus dem Wunsch, diesen Ort mit Stille Post als stillen Umschlagplatz entstehen zu lassen.